Horizonte erweitern

Vor einigen Jahren hatte ich eine Reportage über Sigrid Artmann im Fernsehen gesehen. Darüber, dass sie ihren Job aufgegeben hatte um für die Kunst zu leben und diese (wie ich finde) gleichzeitig zu revolutionieren. In ihrem Fall die Kalligraphie.

Das hat mich damals schon elektrisiert und obwohl ich an Schriften nicht sonderlich interessiert bin, habe ich für mich erkannt, dass diese als Stilmittel meine Malerei bereichern können. Schließlich schreibt Sigrid nicht einfach nur schön, sie komponiert Schriftbilder und verleiht ihnen einen einzigartigen, umwerfenden Ausdruck.

Zeit also für mich eine Woche lang meinen Horizont zu erweitern. Am Chiemsee, im Priental, mit Blick auf die Kampenwand in einem Atelier, das seinesgleichen sucht.

Alpenfabrik in Aschau

Im Gepäck eine Menge Materialien von denen ich keine Idee hatte wofür sie einzusetzen sind und einen Text, der „zu Ihrer aktuellen Gefühls- und Gedankenwelt passt“. So stand es neben Speedballfedern, Automatic Pens und Schnapsgläsern in der Materialliste.

Diese Woche entfaltete ihre eigene Dynamik. Während ich am ersten Tag lediglich die Schrift Bold Beauty übte um damit vergleichsweise zaghaft und bemüht Buchstaben auf Papier zu bringen, entfaltete sich die Kraft der Horizonterweiterung in den nächsten Tagen mit Wucht. Warum nur mit Pinsel und Feder malen? Das geht auch mit Spateln, getrockneten Maisstengeln, dicken Schwämmen. Nicht zu vergessen der Cutter, mit dem ich kreuz und quer Linien in Holzkörper ritzte, in denen sich später die Farbe konzentriert verfängt. Bye-bye Lesbarkeit – willkommen Bildgestaltung. Von da an brach sich die freie Bildgestaltung bahn. YES!

Danke an Sigrid für diese intensiven und bereichernden 5 Tage. Danke an Michaela, Susanne, Bea, Katrin, Roswitha, Conny, Rosi und Petra für den wunderbaren Austausch.

Weitere Bilder gibt es natürlich in der Galerie.

Auf dem Deich

Immer wieder zieht es mich zu einem bestimmten Thema hin: Tiere, genauer gesagt landwirtschaftliche Tiere. Kühe, Ziegen und Schafe habe ich schon vielfach gemalt und sie erleben gerade wieder mein persönliches Revival. In Holland habe ich unzählige Fotos gemacht von Schafen in allen möglichen Positionen,  alle auf dem Deich. Daraus erstelle ich gerade die gleichnamige Serie. Die Szenerie ist abstrakter und in der Farbe reduziert, so jedenfalls der Plan.