Farbe hinterm Nebel

Lust auf einen Ausstellungsbesuch?

Dann lade ich Sie ein, sich hier umzuschauen. Zusammen mit den Künstlerinnen der Gruppe „Farbe hinterm Nebel“ hatten wir im Oktober 2017 eine unserer wiederkehrenden Herbst-Ausstellungen. Die Kunstgruppe besteht aus den Malerinnen Ulrike Leidner-Engel, Martina Kloss, Hilde Hofmann-Koschnick, Misa Heil, Anja Kuss, Jutta Thalheimer und mir. Hier gibt es einige (zugegeben nicht sehr professionelle) Fotos vor und währeden der Ausstellung und auch einen Auszug der Rede anlässlich der Vernissage. Schauen Sie sich die Fotos an und lesen Sie die Rede. Es ist eine gute Gelgenheit, uns kennen zu lernen:

Auszug der Rede zur Ausstellung im Oktober 2017:

Wenn wir unsere Bilder im Atelier untereinander betrachten, bewundern, kritisieren oder loben, fällt oft mit einem Schmunzeln die Bemerkung „Das ist ein echter Martina“. Heißt, wir erkennen oft auf den ersten Blick, wer das aktuelle Werk auf die Leinwand gebracht hat. Das hat natürlich mit der Technik zu tun, dem gewählten Sujet und der Farbpalette, aber ganz im Kern zeigt es noch viel mehr:

Es offenbart den Menschen.
Es offenbart die Malerin.

Denn jenseits von Pinselduktus, Farbspektrum und gewähltem Motiv enthüllt ein Gemälde den Menschen, der es erschaffen hat. Fast so, als würde mit jeder aufgetragenen Farbschicht im gleichen Maße eine umgebende Hülle des Malers Schicht für Schicht abgeschält, auf die Leinwand gebracht, als fände eine Metamorphose statt, die bis auf den Kern reicht und am Ende eines übrig lässt: die Persönlichkeit.
Die findet ihren Ausdruck. Sie mag wuchtig sein, wild, zartfühlend, kontrolliert, liebevoll, chaotisch, explosiv, detailverliebt – dabei stets einem gemeinsamen Nenner folgend: sie ist immer kreativ!
Der Ausdruck eines Bildes ist immer ein Abbild unserer Prägung. Sie ist es, die uns die typische Handschrift gibt, dem Gemälde seinen unverwechselbaren Stil verleiht, es einzigartig macht. Genauso wie seine Erschafferin.

Wir stellen sie Ihnen einzeln vor. Und laden Sie ein: Betrachten Sie ihre Bilder heute und jetzt vielleicht eine Spur intensiver. Wie in der Einladung formuliert wünschen wir Ihnen einzutauchen, in tiefere Schichten vorzudringen: Was liegt unter der Oberfläche? Was sehen Sie mehr? Was liegt unter der ersten Wahrnehmung? Sehen Sie das gleiche?

Martina Kloss:

Die Jahre in Frankreich haben Spuren hinterlassen. Helle, schöne, luftige Spuren. Fast so, als dränge durch jedes Gemälde warme Sonnenstrahlen einer milden, wohlmeinenden Küste. Die Leichtigkeit des Mittelmeeres, kein laissez-faire, nicht flatterhaft, aber leicht. Eine angenehme Leichtigkeit, die Freude macht. Den Bildern sieht man auf den ersten Blick nicht an, dass es Mühe macht, sie zu erschaffen. Überhaupt erst das Wort: Mühe!? Nichts davon ist wahrzunehmen. Der Farbauftrag ist oft dünn, durchscheinend, sorglos, geschmackvoll. Willkommen in der feinsinnigen Welt von Martina Kloss!

 

Anja Kuss:

Ein Vogelkopf auf einem menschlichen Körper. Diskutierend, selbstverständlich. Nicht einfach nur so. Pferde, die sich kraftvoll, wild und losgelassen in einem  freien, mystischen Raum Bahn brechen. Anja besitzt die sensationelle Gabe, surreale Szenarien zu schaffen, die ihrer kreativen Phantasie entspringen. Anja will malen. Anja muss malen. Sie muss, sie muss, sie muss. Weil sie es so gut kann, weil in ihr eine wahre Künstlerin verborgen ist. Weil sie einen Weg geht, der sich mit jedem ihrer Schritte wieder ein Stück weiter vor ihr auftut, der ohne Horizont ist, ohne Begrenzung. Ihr Kosmos ist Schaffenskraft, die raus muss, die explodieren wird. Die Lunte ist gerade erst gelegt.

Ulrike Leidner-Engel:

Was haben Sie empfunden beim Anblick der Bilder aus Callais? Rebellierende Flüchtlinge, Aufbegehren gegen das Unvermeidbare. Chaos. Kann es bei all der Dramatik auch Schönheit geben? Eine Schönheit der Komposition und wenigen aber kraftvollen Farben, losgelöst von der Brutalität und der Schwere der Ereignisse, die sich dennoch oder gerade deshalb einzufangen lohnt? Die einen zweiten Blick eröffnet, übergeordnet. Die nichts relativiert, nichts schönt, nicht urteilt, nur einfängt. Und versteht. Mit ihrer Kleinserie hat sich Ulrike einem schwierigen Thema gestellt: Der Ästhetik im Drama – beeindruckend umgesetzt und fesselnd.

Misa Heil:

Das Leben ist bunt. Es sprudelt. Es besteht aus Farben, aus Glück, aus Lachen, aus Bewegung. Hatte ich die Farben erwähnt? Misas Bilder sind Misa. Ihre Werke verkörpern das Exotische, das weit entfernte, Ihre Wurzeln in Madagaskar. Sie liefert uns einen Blick in träumerische Sehnsuchtsorte.

Jutta Thalheimer:

Jutta liebt ihre Familie – und sie liebt die Details. Damit sind zwei wesentliche Erkennungsmerkmale genannt. Wer das weiß, erkennt sofort, wer in den Jeanshosen steckt. Wer das weiß, wird aber auch gefangen genommen von der Akribie und der Fantasie beispielsweise ihrer orientalisch anmutenden Kachelbilder, die sich mit ihrer opulenten Ornamentik zu einer farbgewaltigen und sehr ästhetischen Gesamtkomposition zusammenfügen. Stimmig und einfach wunderschön.

Hilde Hofmann-Koschnick:

Ein Gewitter zieht auf. Es brodelt. Unser Blick wird auf einen entfernten Horizont gelenkt. Und noch weiter darüber hinaus. Hildes Sujet sind häufig Landschaften. Landschaften, die den Blick über sanfte Hügel schweifen lassen, mal einen Wolkenbruch erahnen lassen, uns mitnehmen in klarer Luft, die uns aufsteigen lässt. Wir werden mitgenommen auf das Meer, gleiten darüber hinweg, über ein mal ruhiges, mal wildes Wasser, (ist es die Nordsee? Ist es der Pazifik?) um im nächsten Bild einem sommerlichen Garten zu landen. Nehmen Sie Platz und genießen Sie!

Jutta Widrinsky:

Der Wandel im Leben erhält seinen Ausdruck. Was gestern noch schön war, genügt meinem ästhetischen Empfinden heute nicht mehr in jedem Fall. Aber einfach nur übermalen? Das wäre zu leicht. Sie finden heute von mir u.a. die Serie „Second Life“, kleinformatige florale Motive, die, wie der Name schon sagt, ein zweites Leben erhalten. Die Besonderheit dabei: Einige Elemente des ursprünglichen Motivs haben überlebt, sie fügen sich in die neue Komposition ein, erhalten ihre Berechtigung in einem neuen Kontext.
Gleichzeitig bleibe ich einem meiner Lieblingsthemen treu: Tiere auf die Leinwand zu bringen – großformatig und in Ansätzen expressiv.

Zoya Sadri:

Zoya stellt heute hier nicht aus, aber wir können nicht hier sein, ohne sie zu erwähnen, sie zu würdigen.
Zoya hat den Generalschlüssel in ihren kreativen Händen. Den Schlüssel, mit dem sie uns unseren eigenen, individuellen Raum öffnet. Den Raum, in dem wir unsere Möglichkeiten entdecken, uns vor tasten, uns einrichten, so einzigartig wie möglich entwickeln, unseren künstlerischen Ausdruck finden.
Wie Sie sehen, ist der sehr unterschiedlich. Es ist die Fähigkeit von Zoya, die besondere Note einer jeden von uns zu erkennen und zu fördern. Ohne Zoya wären wir nicht hier. Ohne sie wären wir als Kunstschaffende nicht existent.

Wer dieses beglückende Erlebnis selbst verspüren will ist herzlich eingeladen, sich bei uns oder ihr über ihre Kurse zu erkundigen. Unser Kreis ist offen, wir freuen uns auf Sie.